Zwei weibliche Halbakte

Cover Illustration Zwei weibliche Halbakte
Cover Illustration Zwei weibliche Halbakte
© Luz / Reprodukt

Zwei weibliche HalbaktevonLuz

Übersetzung: Lilian Pithan

Reprodukt

Leseprobe

Im Jahr 1919 malt Otto Müller sein Gemälde „Zwei weibliche Halbakte“ und verkauft es zehn Jahre später an den jüdischen Kunstsammler Ismar Littmann. Erst 1999 wird das Bild vom Museum Ludwig in Köln an seine rechtmäßige Besitzerin – Littmans Tochter Ruth – restituiert. Dazwischen liegen 80 bewegte Jahre: Der Aufstieg der Nazis, Littmanns Suizid, die Flucht seiner Familie, die Ausstellung „Entartete Kunst“, die Versteigerung von NS-Raubkunst und so weiter. In „Zwei weibliche Halbakte“ zeichnet Luz die akkurat recherchierte Biografie dieses Bilds, in der sich die große Geschichte spiegelt, auf erstaunliche Weise nach. Der Clou: Luz erzählt sie aus der Perspektive des Bilds, er zeigt nur, was das Bild auch „sieht“ und „hört“. Diese Einschränkung ist weit mehr als eine formale Spielerei – sie macht inhaltlich Sinn und trägt viel zur beklemmenden Wirkung und Tiefe dieser Graphic Novel bei: Die Kunst wird zum Spielball der Geschichte, zum Opfer, zur Beobachterin – die Täter sind immer die Menschen.