Jakob Neyder

Cover Illustration Jakob Neyder
Cover Illustration Jakob Neyder
© Franz Suess / avant-verlag, 2025

Jakob NeydervonFranz Suess

avant-verlag

Leseprobe

Das Unausgesprochene und Konfliktvermeidung sind ein Grundmuster in Jakobs Beziehungsgeflecht. In feinen Beobachtungen zeichnet Franz Suess das Milieu eines jungen Menschen, der weder Ziel noch Geld hat. Der immer noch bei seiner Mutter wohnt, obwohl die ständig nörgelt. Das klingt trostlos – und trotzdem ist „Jakob Neyder“ einer der freundlicheren Comics von Franz Suess. Denn Jakob hat immerhin einen Kumpel, mit dem er ins Sommerhaus fährt. Franz Suess zeichnet dieses Leben mit fein schraffierten Bleistiftstrichen, die die Menschen deformiert aussehen lassen. Erst mit dem Ausflug ins Sommerhaus wechselt der Comic in so bunte Farben, als würde nun die große Freiheit beginnen. Doch die Hoffnung wird im Keim erstickt, nicht nur, weil das Essen im Haus voller Maden ist. Jakob scheint auch in eine Gewalttat verwickelt zu sein. Der Comic zeigt, wie die Welt bei unvorhersehbaren Herausforderungen zusammenbrechen kann, weil grundlegende Fähigkeiten des Miteinanders abhandengekommen sind. Ein weiterer Mosaikstein in Franz Suess Comic-Kosmos über die Vielfalt des persönlichen Versagens.