Hackenporsche
Schon das Cover zeigt es an, in dieser grafischen Erzählung geht es um eine junge Frau, die schwer beladen eine steile Treppe hinauf will, aber nicht ganz sicher ist, ob sie es schafft. Damit ist ein Teil des Buches umrissen: Paulinas Geschichte vom Aufstieg aus einfachsten Verhältnissen bis zum Studium der bildenden Kunst. Eingebettet ist diese in einen Spaziergang, bei dem sie ihren Vater – unerwartet und nach einem erst kurz zurückliegenden peinlichen Zwischenfall – von seiner durch Gewalt und Vernachlässigung geprägten Kindheit im Heim erzählen lässt. In abwechslungsreichen, grau und schwarz getuschten Panels, schildert Lüdtke die oft wortkarge oder sogar schweigend mit ihr geteilte Geschichte. Rosafarbene Einschübe zeigen die so wenig rosige Kindheit. Unterbrochen wird die Zweisamkeit durch Episoden aus Paulinas aktuellem Leben. Das – wenig behandelte – Thema Klassismus verdeutlicht sie in diversen Szenerien, bei der Kunstausstellung, als ihr Vater sie blamiert, über den Besuch im großbürgerlichen Juristenhaushalt oder beim in englischer Sprache geführten Talk mit Kommiliton*innen. Hier wird auch der namensgebende Hackenporsche diskutiert, der für die wohlhabenden Studierenden ein cooler Gegenstand ist und für Paulina ein Zeichen von Armut.