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Wie gut, dass wir darüber geredet haben

Buchcover von Wie gut, dass wir darüber geredet haben
Buchcover von Wie gut, dass wir darüber geredet haben
© Julia Bernhard & avant-verlag, 2019

Wie gut, dass wir darüber geredet habenvonJulia Bernhard

avant-verlag

www.juliabernhard.de

Der Titel ist blanke Ironie, denn geredet wird in diesem Buch zwar viel und durchaus auch sehr Persönliches, allerdings scheint niemand richtig zuzuhören. In unterschiedlichen Episoden lässt Julia Bernhard ihre Protagonistin mit Menschen zusammentreffen, die eigentlich ein Interesse an ihr haben sollten: die Oma, eine Freundin, ein Liebhaber ... Tatsächlich zu spüren ist ein Interesse an ihrer Person allerdings nicht. Stattdessen wird sie mit Worthülsen und Zuschreibungen zugetextet, dass es einem beim Lesen ganz unbehaglich wird. „Wie gut, dass wir darüber geredet haben“ ist trotzdem ein Lesegenuss, weil Julia Bernhard diesen unsäglichen Dialogen konsequent wunderschöne Bilder entgegensetzt. All ihre Gegenüber sehen darauf so attraktiv und feinfühlig aus, dass man sie gern in die eigenen digitalen Netzwerke aufnehmen möchte. Mit dieser Kluft aus polierten Oberflächen und dem abgrundtiefen Desinteresse am menschlichen Gegenüber produziert Julia Bernhard in ihrem Comic-Debüt einen Humor, der an Woody Allen anknüpft und dabei absolut heutig wirkt.

Hier unser Film zum besten deutschsprachigen Comic-Debüt