Silent Comics. Wie man ohne Worte viel sagen kann
Silent Comics. Wie man ohne Worte viel sagen kann
4. Juni bis 5. JuliKunstmuseum
Öffnungszeiten:Do 12:00–19:00, Fr/Sa 10:00–19:00, So 10:00–17:00 Uhr
ab 8. Juni reguläre Öffnungszeiten des Kunstmuseums
mit Salon-Ticket Eintritt frei!
Als Besonderheit von Comics wird im Allgemeinen die Verbindung von Wort und Bild hervorgehoben, die es in dieser Form in keinem anderen Medium gebe. Doch wie passen dazu Werke, die ganz ohne Text auskommen? Als reine Bildergeschichten verzichten sie auf Worte und lassen die Zeichnung allein zum Träger der Narration werden.
Die Ausstellung versammelt sieben herausragende „Silent Comics“, die auf unterschiedliche Weise mit der Zeichnung spielen und das Wort kunstfertig ersetzen. So lässt Moebius in seinem Meisterwerk „Arzach“ einen schweigsamen Krieger durch atemberaubende Landschaften fliegen. Der Klassiker der Science-Fiction-Literatur eröffnet seinen Leser*innen neue Welten und eine Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten. Aude Picault erzählt von zwischenmenschlichen Beziehungen: Die erotischen Begegnungen einer Adeligen mit ihrem Diener sind wortlos, aber dafür umso intensiver. Bei dem Autorenduo Philippe Petit-Roulet und François Avril hingegen führt die Wortlosigkeit zwischen Mann und Frau meist zu Missverständnissen. Auch Wilfrid Lupano und Grégory Panaccione konzentrieren sich in „Ein Ozean der Liebe“ auf ein Paar, dessen wunderbare Geschichte der Komik nicht entbehrt. Larry Hama setzt auf Action: Mit seinem „Silent Interlude“ um die Hauptfigur G.I. Joe gelang ihm 1983 ein Coup. Noch nie zuvor war der amerikanische Held auf eine vollkommen dialogfreie Mission geschickt worden. Auch Hendrik Dorgathen veröffentlichte mit „Space Dog“ einen Meilenstein: Die Geschichte um einen roten Hund, der ins Weltall geschossen wird, gilt als eine der ersten Annäherungen von Comic und Kunst im deutschsprachigen Raum. Mit Anna Sommers Papierschnitten wird es schließlich poetisch: Sie braucht keine Worte, um die Geschichte einer einäugigen Frau zu erzählen, die nach Vollendung strebt.
Die Besucher*innen der Ausstellung sind eingeladen, anhand dieser ganz unterschiedlichen Comics zu erkunden, wie die Zeichnung allein eine Geschichte tragen und nuancierte Botschaften vermitteln kann.
Lilian Pithan