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Strapazin | Comics aus Québec

© Iris Boudreau

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www.strapazin.de
Aktuell:
Strapazin 139 «Wohnen in Zeiten des Virus»
ab September
die komplette Ausgabe zu Québec BD
Übersetzungen
aus dem Französischen: Christoph Schuler

Seit seiner Gründung 1984 bildet das Comic-Magazin Strapazin eine Plattform für die nationale und internationale unabhängige Comicszene. Seit seinen Anfängen fördert Strapazin gezielt junge, avantgardistische Zeichner*innen und hat sich so zur wichtigsten, unkommerziellen Comic-Publikation im deutschsprachigen Raum entwickelt. Strapazin hat seinen Hauptsitz in Zürich und seinen Zweitsitz in München, erscheint viermal jährlich und publiziert Ausgaben mit diversen Kurz-Comics zu bestimmten Themen, Ländern oder auch Reportage-Comics. 

Die kommende Herbst-Ausgabe von Strapazin wird in Gänze Comics aus Québec gewidmet sein. Québec ist zwar nur eine der zehn Provinzen und drei Territorien, aus denen Kanada besteht, aber auch die einzige Provinz des Landes, die Französisch und nicht Englisch als offizielle Sprache hat. Von den 37 Millionen Einwohner*innen Kanadas leben nur 8,5 Millionen in Québec; nimmt man die 328 Millionen Einwohner*innen der Vereinigten Staaten hinzu, wird das Besondere an Québec als französischer Insel im Meer der Anglophonen noch deutlicher. Dies spiegelt sich auch in der Kunst Québecs, Comics bilden da keine Ausnahme. Lange Zeit steckten die Comiczeichner*innen zwischen der französisch-belgischen Produktion und der amerikanischen Comicindustrie fest.

Aber seit fast zwanzig Jahren erleben Québecer Comics einen Boom. Die Zahl der Künstler*innen hat sich vervielfacht, begleitet von vielen neuen Publikationsmöglichkeiten und Veranstaltungen sowie einem gesteigerten Interesse seitens der Medien und der Institutionen an diesem Medium. Comic-Künstler*innen aus Québec machen zunehmend auf sich aufmerksam, auch international – hauptsächlich natürlich im französischsprachigen Europa und in den Vereinigten Staaten. Die Autor*innen zeichnen in allen Sparten des Genres Comics aus, sowohl in erzählerischer als auch in ästhetischer Hinsicht.

Die September-Ausgabe von Strapazin zeigt eine Auswahl von zwanzig Autor*innen, die zu den repräsentativsten der verschiedenen Strömungen der Québecer Comics gehören. Einige Namen sind bekannt, wie z.B. Julie Doucet und Diane Obomsawin, die uns hier einen Einblick in ihre jüngsten Arbeiten erlauben. Die meisten anderen Namen sind Neuentdeckungen für Europa. Und vergessen Sie nicht – es handelt sich zwar nur um eine Kostprobe der in Québec vorhandenen Talente, doch finden Sie im Magazin eine Vielfalt von Erzählstilen und Themen, repräsentativ für die Vitalität der mehr als 250 Comicschaffenden in dieser kanadischen Provinz.

Es ist uns eine besondere Freude dieses Projekt hier zu featuren, da es seine Anfänge auf dem Comic-Salon 2018 hatte. Herzlichen Dank an das Strapazin-Team – insbesondere Claudio Barandun und Lawrence Grimm – sowie den québecer Comic-Autor und Verleger Francis Desharnais für die Möglichkeit Ihnen einen Vorgeschmack auf das kommende Magazin geben und einmal mehr die Vielfalt der kanadischen Szene präsentieren zu können.

Die nachfolgenden Arbeiten stammen von Brigitte Archambault, Julie Doucet, Meags Fitzgerald, Michel Hellman, Robert Marcel Lepage und Henriette Valium.