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Indigene Comics

In den vergangenen Jahren sind neben Cole Pauls „Dakwäkada Warriors“ in Kanada zahlreiche weitere Comics von First Nations Künstlerinnen und Künstlern veröffentlicht worden. Auch nehmen sich immer wieder nicht-indigene Kanadierinnen und Kanadier dieses Teils der Geschichte ihres Landes an.

In diesem Jahr werden mehrere Titel auch auf Deutsch veröffentlicht. So hat der Wiener Verlag bahoe books, der auf politische Comics spezialisiert ist, für 2020 mehrere Titel aus diesem Bereich in seinem Programm. Zur Frankfurter Buchmesse im Oktober soll dort die Anthologie „This Place“ erscheinen. Sie versammelt vor allem für jüngere Leser gedachte Kurzgeschichten indigener Autorinnen und Autoren sowie Zeichnerinnen und Zeichner, die kaum bekannte Kapitel der kanadischen Geschichte erzählen. Unter anderem geht es um traumatische Erfahrungen mit europäischen Siedlern und ihren Nachfahren, aber auch um indigene Selbstbestimmung und die eigene Kulturgeschichte.

Des Weiteren erscheint bei bahoe in diesem Jahr auch die Graphic Novel „Louis Riel – Eine Comic-Biographie“. In dem Buch, das vor allem im französischsprachigen Teil Kanadas ein Bestseller ist, nimmt sich der in Toronto lebende Zeichner Chester Brown des kanadischen Rebellen und Politikers Louis Riel (1844 – 1885) an. Der war Mitbegründer der Provinz Manitoba und eine Führungspersönlichkeit der Métis, die Nachfahren europäischer Pelzhändler – insbesondere aus Frankreich, England und Schottland – und Frauen indigener Abstammung sind.

Ein politisch sehr aktiver indigener Comic-Autor ist Gord Hill, der unter anderem „The 500 Years of Resistance Comic Book“ verfasst hat. Sein Buch „Antifa – 100 Jahre Widerstand“ erscheint in diesem Jahr ebenfalls bei bahoe books.

Eine kommentierte Bibliografie indigener kanadischer Comics wurde kürzlich von der Universität Manitoba erstellt und ist öffentlich zugänglich.