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Die Farbe der Dinge

© Martin Panchaud / Edition Moderne

Die Farbe der DingevonMartin Panchaud

Übersetzung: Christoph Schuler

Edition Moderne

Leseprobe

„Die Farbe der Dinge“, das Debüt des Schweizer Zeichners Martin Panchaud, fällt zunächst aus ästhetischen Gründen auf: Die Geschichte wird aus der Vogelperspektive erzählt: Die Menschen sind reduziert auf Kreise und nur durch ihre Farbe unterscheidbar; die Gegenstände sind Piktogramme. Was zunächst anmutet wie eine grafische Stilübung, entpuppt sich als die ebenso spannende wie berührende Coming-Of-Age-Geschichte um den 14-jährigen Simon Hope. Der übergewichtige Außenseiter hält nach einer Pferdewette einen millionenschweren Wettschein in der Hand – der Anfang eines verrückten Roadtrips durch Großbritannien. Verblüffend ist, wie rasch wir die ungewöhnliche Bildsprache akzeptieren: Wir beseelen die Piktogramme selbst mit Gesichtern und entwickeln tiefe Empathie für Simon. „Die Farbe der Dinge“ ist ein eigenwilliger, aber auch süffiger Comic; er wirkt experimentell, ist aber höchst unterhaltsam, er ist virtuos gestaltet, besticht aber auch durch sein exzellentes Storytelling; er sieht sachlich aus, ist aber sehr emotional. Ein seltener Spagat.